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Monday, der 10.12.2018
 

Eine Frage des Typs

Anders als bei Wetterforschern, die Unwettern gern weibliche und dem schönen Wetter Männernamen geben, tragen die schönen Knollen klangvolle Mädchennamen. Klar – es heißt ja auch: die Kartoffel. Und so unterschiedlich ihre Namen, so unterschiedlich sind ihre Eigenschaften – ganz wie beim schönen Geschlecht. Und jeder bevorzugt einen anderen Typ.

 

Die Kartoffel, botanisch Solanum tuberosum genannt, gehört zur Familie der Nachtschattengewächse. Kartoffeln die zum direkten Verzehr geeignet sind, bezeichnet man als Speisekartoffeln. Steht dagegen die industrielle Verwertung der Knollen im Vordergrund, handelt es sich um Industriekartoffeln. Als Speisefrühkartoffeln gelten Kartoffeln, die in der Zeit vom 1. Januar bis zum 10. August erstmals nach der Ernte verladen werden.

 

 

 

Die Schalen- und Fleischfarbe der unterschiedlichen Sorten variiert von weiß bis gelb und rot bis hin zu bläulich-violetten oder zweifarbig marmorierten Tönen. Im Handel sind Sorten mit gelber oder roter Schale üblich. Die Fleischfarbe reicht von weiß über gelbweiß, hellgelb, gelb und schließlich tiefgelb. Achtung: Eine grüne Schale bedeutet, dass die Kartoffel zu vielem Licht ausgesetzt war. Da grüne Stellen gesundheitsschädliche Stoffe enthalten, entfernen Sie diese bitte vor dem Verzehr! 

 

In Deutschland gibt es derzeit ca. 180 zugelassenen Kartoffelsorten. Die Sorten lassen sich u.a. charakterisieren durch Reifezeit und Kocheigenschaften. Im nachfolgenden erhalten Sie einen kleinen Überlick zu den verschiedenen Reifegruppen; 

  1. Sehr frühe Sorten
    Diese haben eine Vegetationszeit von 90 bis 110 Tagen. Sie werden als Frühkartoffeln gehandelt und weisen eine charakteristische dünne Schale auf.
     
  2. Frühe Sorten
    Bis zur Ernte sind diese Sorten 110 bis 120 Tage in der Erde. Sie sind bedingt lagerfähig und haben eine etwas festere Schale.
     
  3. Mittelfrühe Sorten
    Nach einer Vegetationszeit von 120 bis 140 Tagen werden diese Sorten Ende August geerntet. Sie stellen die größte Sortengruppe dar und eignen sich gut zur Einkellerung.
     
  4. Mittelspäte bis späte Sorten
    Mit 140 bis 160 Tagen ist hier die Vegetationszeit am längsten. Diese Sorten können ebenfalls gut eingekellert werden. 

 

Darüber hinaus verfügen die kartoffelsorten über unterschiedliche Kocheigenschaften. Sicherlich haben Sie bereits schon einmal die Begrifflichkeiten mehlig oder festkochend im Zusammenhang mit der Auswahl von unterschiedlichen Sorten vernommen.

  1. Mehlig kochende Sorten
    Aufgrund eines hohen Stärkeanteils platzen diese Sorten beim Kochen sehr stark auf und lassen sich gekocht leicht zerdrücken. Deshalb sind sie besonders für mehlige Pell- und Salzkartoffeln, Püree, Klöße und Knödel , Eintöpfe und Suppen , Reibekuchen (Puffer), Kroketten und auch zum Backen in Alufolie geeignet.
    Beispiele: Adretta, Afra, Aula, Likaria , Karlena
     
  2. Vorwiegend fest kochende Sorten
    Sie platzen beim Kochen nur wenig auf und sind ideal für Salz-, Pell-, Brat- und Grillkartoffeln, aber auch für Eintöpfe, Aufläufe, Suppen, Puffer und Rösti.
    Beispiele: Marabel, Solara, Satina, Secura, Berber, Quarta, Milva, Berber
     
  3. Fest kochende Sorten
    Sie haben eine glatte Schnittfläche und platzen beim Kochen nicht auf. Man verwendet sie vor allem als Kartoffelsalat, feste Salz-, Pell- und Bratkartoffeln, Gratin, Puffer und Rösti.
    Beispiele: Cilena, Sieglinde, Nicola, Linda, Simone  

 

Eine Übersicht über Kocheigenschaften und Knollenformen der derzeit zugelassenen Speisekartoffeln finden Sie auf den Internetseiten des Bundessortenamtes. In der „beschreibenden Sortenliste“, die gegen Gebühr ebenfalls beim Bundessortenamt bestellt werden kann, sind umfangreiche Informationen enthalten, z.B. Aussagen zur Widerstandsfähigkeit der jeweiligen Sorte gegenüber Schaderregern und Schädlingen.